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Härtere Vorschriften bei Immobilien Krediten in Österreich

Das österreichische Finanzmarktsstabilitätsgremium wird zunehmend nervös. Denn dieses befürchtet eine Überhitzung des österreichischen Immobilienmarkts. Infolgedessen werden die Vorschriften bei der Vergabe von Immo-Krediten in Österreich angepasst. Diese seien in der jüngeren Vergangenheit zu aggressiv erfolgt.

Darum befürchten die Aufseher eine Überhitzung

Kürzlich warnten die Bankenaufseher öffentlich, dass eine Immobilienblase in Österreich entstehen könne. Demnach seien die Hinweise auf eine Überhitzung des Immobilienmarkts mehr als deutlich. Diesbezüglich bestehe die Gefahr, dass beim Platzen der Blase der Bankensektor ebenfalls leiden werde. Dabei nehmen die Verantwortlichen zwei Entwicklungen zum Anlass für ihre Sorge. Denn die Immobilienpreise in Österreich stiegen in den vergangenen Jahrzehnten stark. Jährlich konnten die Häuserpreise um über 5 % zulegen – damit liegt die Wertentwicklung von Immobilien in Österreich über dem europäischen Durchschnitt. Zugleich stiegen die Immobilienpreise doppelt so schnell, wie das verfügbare Einkommen der österreichischen Haushalte. Infolgedessen schlussfolgerte das Gremium, das aus Vertretern von Nationalbank, Finanzmarktaufsicht sowie -ministerium besteht, eine Entkoppelung des Immobilienmarkts von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Banken wählen zu viel Risiko

In den letzten Jahren sollen die Banken teilweise eine zu aggressive Finanzierung der Immobilien ermöglicht haben. Dabei missfällt dem Gremium insbesondere der geringe Eigenanteil. Schon länger gilt die Empfehlung von mindestens 20 % Eigenkapital, um den Kredit abzusichern. Zugleich sollten die Laufzeiten der Darlehen maximal 35 Jahre betragen. Rückzahlungen sollten zu einer Belastung von nicht mehr als 30-40 % des Nettoeinkommens führen. Allerdings wurde im letzten Halbjahr bei über der Hälfte der vorgegebenen Kredite die Quote für die Eigenmittel missachtet. Zugleich ist die Belastung durch Rückzahlungen für die Haushalte häufig gravierend höher.

Experten sehen geringe Anfälligkeit

Trotz der Sorge des Gremiums zeigen sich die meisten Experten wenig beunruhigt. Zusätzlich zu sinkenden Immobilienpreisen müsste es eine gesamtwirtschaftliche Rezession geben. Dies könnte beispielsweise durch massenweise Jobverluste oder stark steigende Zinsen begründet sein, da dann die Darlehensnehmer ihre Tilgung nicht mehr leisten könnten. Zudem sieht die renommierte Ratingagentur Scope verschiedene Gründe für eine geringe Anfälligkeit in Österreich. Im Vergleich zu anderen Haushalten in Europa ist die Verschuldung gering. Zudem konzentriere sich die Verschuldung auf krisenfeste Haushalte mit einem überdurchschnittlichen Einkommen. Regulierte Mieten in Wien und ein sozialer Wohnungsbau machen Wohnraum für sozial Schwächere bezahlbar, sodass diese Gruppen meist weniger verschuldet sind.

Wenig Zahlungsausfälle in Österreich

Gegen eine gefährliche Immobilienblase spricht zugleich die Zahl der Zahlungsausfälle. Denn diese lag zuletzt laut der European Banking Authority (EBA) bei nur 2,1 % in Österreich. Erst ab einer Quote von über 5 % sehen die europäischen Aufseher eine zunehmende Gefahr.

Veröffentlicht unter Informationen, Österreich

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