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Air Berlin Pleite

Experten hatten es vorhergesehen, jetzt hat die deutsche Fluggesellschaft Air Berlin Insolvenz angemeldet. In den vergangenen Jahren hatten sich die Hiobsbotschaften gehäuft. Das Management fand keinen Ausweg aus der Misere, stattdessen beschleunigte sich der Niedergang. Viele Kunden von Airberlin wollen nun nach dem Insolvenzantrag wissen, was passiert nun mit ihrem Ticket oder den Gutscheinen. Interessiert richten auch die Mitarbeiter und Kunden von Niki ihren Blick nach Deutschland.

 

Keine akute Gefahr für Fly Niki: Als eigenständige Firma nicht von Insolvenz betroffen

 

In Österreich hat die Pleite von Air Berlin ebenfalls für Aufregung gesorgt. Mitarbeiter und Kunden von Niki, ehemals Flyniki, fragen besorgt, inwieweit sie die Insolvenz zu spüren bekommen. Immerhin sind die Deutschen Eigentümer von Niki. Die österreichische Geschäftsführung beruhigt aber. Etihad hat vor einigen Monaten 49,9 % der Anteile übernommen, die deutsche Fluglinie ist damit nicht mehr alleiniger Eigentümer. Die Verantwortlichen von Etihad sehen beim österreichischen Anbieter, der sich inzwischen auf preiswerte Urlaubsflüge konzentriert, Potenzial. Im Gegensatz zu den Berlinern verfügen die Österreicher über ein klares Profil. Trotzdem ist die Verunsicherung bei den Angestellten und Passagieren groß. Die Geschäftsführung hat sogleich die Belegschaft informiert und besänftigt. Auch in der Kommunikation mit den Kunden stellt das Unternehmen heraus, dass die Insolvenz der deutschen Gesellschaft keinerlei direkte Auswirkungen auf die eigene Firma hat. Eine konkrete Auswirkung gab es aber doch den Die Kollektivvertragsverhandlungen mit dem Bodenpersonal wurden auf unbestimmte Zeit unterbrochen.

 

Investor dreht Air Berlin den Geldhahn zu

 

Seit 2011 fungiert die Fluggesellschaft Etihad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten als Minderheiten-Aktionär bei Air Berlin, mehrmals hat sie mit finanziellen Zuschüssen eine drohende Insolvenz bei den Berlinern abgewendet. Etihad weigert sich, erneut Geld zu überweisen. Das hat den Insolvenzantrag ausgelöst. Diese Entscheidung lässt sich nachvollziehen, die deutsche Fluglinie scheint ein Fass ohne Boden zu sein. Allein 2016 verzeichnete der Konzern ein Minus von 780 Millionen Euro, die Quartalszahlen aus diesem Jahr versprachen keine Verbesserung. Sämtliche Umstrukturierungen in den letzten Jahren haben keine Erfolge gebracht.airberlin

 

Keine Strategie, unzufriedene Kunden

 

Analysten haben seit langer Zeit beklagt, dass Air Berlin keine Strategie und Identität entwickelt hat. Die Berliner wollten überall mitmischen. Zum einen stiegen sie in das Geschäft mit günstigen Ferienflügen ein, zum Beispiel nach Mallorca. Andererseits wollten sie mit teuren Langstreckenflügen Geld verdienen, vornehmlich mit Business-Kunden. Dieser breite Ansatz ging schief, die Verantwortlichen stehen vor einem Scherbenhaufen. Die zahlreichen negativen Schlagzeilen über die Servicequalität haben die bereits vorhandene Krise verschärft. So gingen der Airline in einer ungewöhnlich hohen Anzahl Koffer ihrer Passagiere verloren. Zudem starteten viele Flieger mit Verspätung.

 

Was Kunden jetzt wissen müssen

 

Die deutsche Bundesregierung hat sofort nach dem Insolvenzantrag einen Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro gewährt. Das ist eine gute Nachricht für die Kunden, dank der Hilfe setzt Air Berlin den Flugbetrieb fort. Niemand muss zum Beispiel befürchten, am jeweiligen Urlaubsort festzusitzen. Es lässt sich aber nicht prognostizieren, wie lange diese staatliche Unterstützung den Betrieb sichert. Kunden, die einen Flug in einigen Wochen oder Monaten gebucht haben, müssen bangen. Sie genießen keinen Insolvenzschutz. Das Gleiche gilt für diejenigen, die aufgrund einer Verspätung eine Entschädigung beantragen.

 

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